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23.06.2008
SOMSOK-Review bei Powermetal.de (original
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Review von Frank Jaeger
Aus dem Altenburger Land, das mir soweit eigentlich nur aufgrund
eines traditionsreichen Spielkartenherstellers ein Begriff war,
kommen MASSIVE KILLING. Obwohl die Herren bereits seit 1995 zusammen
lärmen, wenn auch mit ein paar wenigen Line-up-Änderungen, ist dies
nach der Debüt-EP das erste Lebenszeichen der Ostdeutschen. Nun
sieht es so aus, als hätte man ein Label gefunden, aber tatsächlich
ist dies wohl nichts anderes als die Tugend, die die Not gebar - wie
es scheint, hat man kurzerhand sein eigenes Label gegründet.
Zumindest macht die Webseite des Labels diesen Eindruck. Und das war
eine gute Idee, denn "Somsok Anomalie" ist ein wirklich
interessantes, kurzweiliges Werk geworden.
Bei ganz neuen Bands ist es oft hilfreich, den
präferierten Stil erstmal grob einzuordnen. Da höchstens ungefähr
3,5 Leser von dieser Kapelle jemals gehört haben werden, ist es umso
wichtiger in diesem Fall. Und umso mehr Spaß macht es, weil man sie
so herrlich schwierig in eine Schublade stecken kann. Man möge
versuchen, sich eine Melange aus HAWKWIND, DEATH und MONSTER MAGNET
vorzustellen, und diesen Progressive Death Rock spielen die Vier
dann. Außer sie gleiten gerade in Hi Tech Prog Punk Thrash ab. Oder
so. Das Ganze wird noch weniger klar, wenn die Songs zwischen
knappen vier und lockeren 20 Minuten lang sind, aber auch noch
Interessanter.
Gleich beim Opener, der im übrigen das absolute
Highlight des Albums darstellt und somit exzellent ausgewählt wurde,
brillieren die Jungs (das stimmt tatsächlich - die Dame, die mit
weiblichen Vocals in 'Eye Of Destruction' partizipierte, ist ein
Ex-Mitglied der Band) mit zahlreichen Breaks, guten Growls und
einigen fast punkigen Teilen. Sie variieren, wie beim Rest des
Albums auch, zwischen sehr progressiv und ganz geradeaus. Zahlreiche
Melodien lassen aufhorchen, die Härte kommt nicht zu kurz, und nur
gelegentlich wie beim eben schon erwähnten Song mit Verstärkung des
anderen Geschlechts klingt es ein wenig unausgegoren, so nochmals im
abschließenden, ziemlich seltsam, aber witzig betitelten 'Flying Cow
Of Sickness'. Was zur Hölle ist eine fliegende Kuh der Krankheit?
Wenn man auch manchmal die außergewöhnliche Mischung
aus ROLAND KAISER mit Halsschmerzen und radiokompatiblen RIGOR
MORTIS zu hören glaubt, das Ganze funktioniert ausgezeichnet und
macht Lust auf mehr. Sogar über die Langstrecke kann man Punkten:
das über zwölf Minuten dauernde 'Synopsis Over The Time' ist mit
seiner BLACK SABBATH-Grundstimmung ein Höhepunkt, den man gerne
gleich nochmal hört.
Da auch die Produktion in Ordnung ist und die
instrumentale Seite keine handwerklichen Irrungen fabriziert, bleibt
nur ein Fazit: Sollte sich jemand diese außergewöhnliche, auf 500
Kopien limitierte CD entgehen lassen, die auch noch für gerade mal
10 Euro bei Subtil Records erhältlich ist, ist das sein Fehler.
Allerdings muss man mit dem Death-Metal-Gesang klar kommen, das sei
nochmal betont. Ich finde es jedenfalls erfrischend!
Anspieltipps: Massive Killing, Deathmaster, Animal
Lust, Synopsis Over The Time |